Grün- und Freiraum Entwicklung in Agglomerations Quartieren

70% der Schweizer Bevölkerung leben in Agglomerationsräumen, wo ab den 1950er Jahren oftmals ohne übergeordnete Sichtweise neue Wohn- und Gewerbezonen wild durcheinander gewürfelt wurden. Die Erholung im Grünen fand ausserhalb der Siedlungen statt, was in für Viele in heutiger Zeit auf Grund der ausufernden Zersiedlung allenfalls nur noch am Wochenende möglich ist. Die Bedeutung von nahegelegenen und qualitativ befriedigenden Grün- und Freiräumen für Begegnung, Spiel, Sport und Naturerfahrung wird immer wichtiger in Agglomerationsgebieten. Gleichzeitig wird es immer wichtiger, die Ansprüche der verschiedenen Nutzer zu koordinieren und Antworten auf neue Entwicklungen zu finden.

Oekoskop beteiligt sich regelmässig an der fachliche Analyse bestehender Grün- und Freiraumsituation in Siedlungen und an der Entwicklung von massgeschneiderten Aufwertungs- und Belebungsmassnahmen zusammen mit der betroffenen Bevölkerung:

  • Für die Verbindung zwischen dem Dreispitzareal und dem südlich angrenzenden Wohnquartier entwarfen wir in Analogie zu Wildtierkorridoren eine parkartig nutzbare Überführung. Ebenfalls zum klassischen Repertoire im Bereich Landschaftsarchitektur gehörte eine Konzeptskizze in Varianten zur sukzessiven Umnutzung eines Familiengartenareals für einige Wenige hin zu einem von der Allgemeinheit nutzbaren multifunktionalen Begegnungs- und Betätigungsraum.
  • Im Zusammenhang mit der Quartierentwicklung Lange Heid in Münchenstein konzipierte und initiierte oekoskop einen interkulturellen Quartiergarten als biologische Permakultur. Der Garten wurde in das Programm „nachhaltige Ernährung“ des Bundesamtes für Raumentwicklung aufgenommen (2017), steht im Austausch mit der Organisation „Pro Specie rara“ und erhält finanzielle Unterstützung durch die Fachstelle Integration BL (seit 2016). Das grosse Interesse am Gartenprojekt führte dazu, dass neuerdings auch ein naturpädagogisches Freizeitangebot im Quartiergarten für 20 bis 40 Kinder existiert. Auch die angrenzende Schule pflanzte mit allen ihren Klassen eine Saison lang vor den Schulzimmern in Säcken Kartoffeln und Kräuter, rückte die Natur vor der Haustüre in den Unterrichtsfokus und animierte so viele Kinder aus den Wohnblöcken zu einer Freizeitgestaltung, die weniger mit digitalen Medien und mehr mit aktiver Eroberung der nahegelegenen Grünäume zu tun hat.
  • Ein wichtiges Anliegen ist die aktive Raumaneignung. Diese kann durch entsprechende Gestaltung erleichtert werden – speziell, wenn es um kindgerechte Angebote geht –, und/oder lässt sich auch aktiv fördern durch gezielte Interventionen. Ebenfalls im Rahmen der Quartierentwicklung Lange Heid organisierte oekoskop im Sinne einer Initialzündung der Begegnung einen Koffermarkt in einer bislang nur als Verkehrsraum genutzten Allee. Auch begleiteten wir zusammen mit dem Kinderbüro Basel Primarschüler durch das Quartier und liessen sie Defizite und „Points of Interest“ bei den vorhandenen Freiräumen definieren. Die Ergebnisse flossen in kindgerechte Verbesserungen des Wohnumfelds, soweit die Gemeinde hierzu die Befugnisse hatte.
  • Als neuestes Projekt beteiligt sich oekoskop an der Entwicklung einer künstlerischen Inszenierung von Multikulturalität im Quartier Lange Heid mit dem Ziel, diese kulturelle Vielfalt im positiven Sinne für das Standortmarketing zu verwenden und die Bevölkerung aktiv in die Aufwertung des Freiraums einzubinden.

Auftraggeber: Gemeinde Münchenstein
Projektleitung: Regula Waldner